Der Blauwal ist das gröĂte uns bekannte Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat. Seine AusmaĂe sind beeindruckend. Ein ausgewachsener Blauwal ist doppelt so lang wie ein Stadtbus und fĂŒnf Mal so lang wie ein Elefant, welcher immerhin das gröĂte Tier an Land ist!. Mit einer KörperlĂ€nge von bis zu 33 Metern und einer Körpermasse von bis zu 200 Tonnen ist der Blauwal eines der gröĂten und schwersten bekannten Tiere der Erdgeschichte.
Der Blauwal (Balaenoptera musculus) ist ein Bartenwal in der Familie der Furchenwale (Balaenopteridae). Mit einer KörperlĂ€nge von bis zu 33 Metern und einer Körpermasse von bis zu 200 Tonnen ist der Blauwal eines der gröĂten und schwersten bekannten Tiere der Erdgeschichte. Als Kosmopolit ist diese Art in allen Ozeanen der Erde verbreitet.
Merkmale
Blauwale werden je nach Unterart bzw. Population (siehe Systematik) im Schnitt zwischen 20 und 29 Meter lang. Das gröĂte je vermessene Tier stammte aus antarktischen GewĂ€ssern und erreichte eine LĂ€nge von 33,6 Metern bei einem Gewicht von 190 Tonnen. Tiere der Unterart B. m. musculus (im Nordatlantik und Nordpazifik) kommen auf DurchschnittslĂ€ngen von 23 bis 26 Meter fĂŒr MĂ€nnchen und 24 bis 27 Meter fĂŒr Weibchen bei einem Durchschnittsgewicht von 70 bis 135 Tonnen. Dagegen werden Blauwale in antarktischen GewĂ€ssern gröĂer mit einer durchschnittlichen LĂ€nge von 24 bis 27 Meter fĂŒr MĂ€nnchen und 24 bis 29 Meter fĂŒr Weibchen bei einem Durchschnittsgewicht von 75 bis 150 Tonnen. Die kleinsten Blauwale gehören der Unterart B. m. brevicauda an und erreichen DurchschnittslĂ€ngen von 20 bis 22 Meter fĂŒr MĂ€nnchen und 21 bis 23 Meter fĂŒr Weibchen bei einem Durchschnittsgewicht von 70 bis 95 Tonnen.
Da der gröĂte nach wissenschaftlichen Methoden vermessene Blauwal auf eine LĂ€nge von 33,6 Meter (1922) kam, ist der Blauwal eines der gröĂten Tiere, die je gelebt haben. Nur wenige Tiere wurden und werden möglicherweise etwas lĂ€nger, darunter Dinosaurier wie Seismosaurus und Patagotitan sowie der rezente Schnurwurm Lineus longissimus. Die ausgestorbene Walart Perucetus colossus ĂŒbertraf den Blauwal möglicherweise an Gewicht, nicht aber an LĂ€nge.
Blauwale weisen einen Sexualdimorphismus der GröĂe auf: Weibchen sind im Schnitt bis zu sechs Prozent gröĂer und können am Ende der Nahrungssaison bis 200 Tonnen wiegen; das ist mehr, als jede andere bekannte Tierart wiegt, die jemals existierte.
Der Blauwal besitzt einen stromlinienförmigen und schlanken Körper, der dunkel-blaugrau gefĂ€rbt ist. Er ist zudem am gesamten Körper mit helleren Flecken gesprenkelt. Die etwas hellere Bauchseite kann bei Tieren, die lĂ€ngere Zeit in polaren GewĂ€ssern gelebt haben, auch gelblich gefĂ€rbt sein. Dies rĂŒhrt von einem Bewuchs mit der harmlosen Kieselalge Cocconeis ceticola her; Wale mit dieser FĂ€rbung werden als SchwefelbĂ€uche bezeichnet. Die Finne (RĂŒckenflosse) ist mit einer Höhe von maximal 45 Zentimetern vergleichsweise klein, sie befindet sich auf dem hintersten Viertel des RĂŒckens. Die auch als Fluke bezeichnete, horizontal erstreckte Schwanzflosse ist sehr breit und hinten in der Mitte eingekerbt. Die unterseits blassblau gefĂ€rbten Flipper (Brustflossen) sind dagegen sehr schmal und haben eine LĂ€nge, die etwa 14 Prozent der GesamtlĂ€nge des Tieres entspricht.
Der Kopf des Blauwals ist, verglichen mit anderen Furchenwalen, sehr breit mit einer sehr flachen Schnauze (Rostrum). Von der Schnauzenspitze bis zum Blasloch zieht sich ein Steg; das aus zwei Nasenlöchern bestehende Blasloch selbst ist vorn und an den Seiten von einem fleischigen Wall umgeben. An verschiedenen Stellen des Kopfes befinden sich Haare, vor allem am Kinn, beidseitig am Unterkiefer und auf der Oberseite. Im Maul trÀgt ein Blauwal auf jeder Seite 260 bis 400 Barten, die schwarz gefÀrbt und bis zu 100 Zentimeter lang sind. Sie besitzen sehr grobe, arttypische Fransen. An der Unterseite ziehen sich 60 bis 88 Ventralfurchen vom Maul bis zum Nabel, die das namensgebende Merkmal der Furchenwale darstellen und die Erweiterung des Mundraumes bei der Nahrungsaufnahme ermöglichen.
1966 wurde der Zwergblauwal (B. m. brevicauda) als Unterart des Blauwals beschrieben. Er soll eine maximale LĂ€nge von 24 Metern erreichen, da der Körperabschnitt hinter der RĂŒckenflosse kĂŒrzer ist. Die Barten sind zudem kleiner.
Anatomie
Das Herz des Blauwals wiegt im Durchschnitt etwa 600 Kilogramm bis eine Tonne, die Aorta (die Hauptschlagader) hat einen Durchmesser von etwa 20 Zentimeter. Die normale Herzfrequenz liegt beim Abtauchen bei zwei bis acht, nach dem Auftauchen aber bei bis zu 37 SchlĂ€gen pro Minute. Das vom Herz ausgestoĂene Volumen liegt bei 2.000â5.000 Liter pro Minute. Das Gesamtvolumen des Bluts liegt bei 7.000â7.500 Liter.
Genetik
Karyotyp
Es gibt verschiedene Untersuchungen zur Ermittlung der Chromosomenzahl des Blauwals. Wie die anderen Furchenwale und der Grauwal hat der Blauwal 2n = 44 Chromosomen (also zwei SĂ€tze mit je 22 Chromosomen).
DNA
Untersuchungen an der mitochondrialen DNA haben ergeben, dass Finnwale und Blauwale in der Lage sind, Hybride zu zeugen, obwohl die Entwicklungslinien beider Arten seit mindestens 5 Millionen Jahren getrennt sind. Weibliche Hybride können sogar fruchtbar sein. Die Ăhnlichkeiten im Karyotyp helfen dabei, InkompatibilitĂ€ten bei der Meiose zu reduzieren und die Wahrscheinlichkeit der Fruchtbarkeit zu erhöhen.
Verbreitung und Lebensraum
Der Blauwal kommt in allen Weltmeeren vor, wobei er in einer Jahresrhythmik zwischen polaren und gemĂ€Ăigten Breiten wandert. Den Winter verbringt er in den gemĂ€Ăigten und subtropischen Meeren, wie etwa im Gebiet um die Azoren, in denen auch seine Fortpflanzungsgebiete liegen; den Sommer verbringt er in polaren GewĂ€ssern, in denen er reichlich Nahrung findet. Aufgrund des Zeitversatzes von Nordwinter zu SĂŒdwinter gilt: SĂŒdhalbkugel-Wale sind gerade dann in GewĂ€ssern nĂ€her am Ăquator, wenn Nordhalbkugel-Wale in NordpolnĂ€he sind; umgekehrt sind, wenn die Nordhalbkugel-Wale in gemĂ€Ăigten Breiten sind, die SĂŒdhalbkugel-Wale in SĂŒdpolnĂ€he. Die Wanderrouten und auch die NahrungsgrĂŒnde der Wale sind sehr konstant, die konkreten Fortpflanzungsgebiete sind dagegen weitgehend unbekannt.
Als Hochseebewohner kommt der Blauwal nur sehr selten in die KĂŒstenbereiche. Er folgt allerdings in den polaren GewĂ€ssern dem zurĂŒckweichenden Eis, an dessen RĂ€ndern die gröĂten Mengen von Krillkrebsen leben. Aus diesem Grund kommt es regelmĂ€Ăig vor, dass Blauwale bei plötzlichen WetterumschwĂŒngen im Eis eingeschlossen werden. Vor allem aus dem Sankt-Lorenz-Strom in Kanada wird dies regelmĂ€Ăig berichtet.
Der Zwergblauwal ist vor allem auf der SĂŒdhalbkugel und im nördlichen Indischen Ozean anzutreffen. Eine groĂe Gruppe lebt offensichtlich dauerhaft in der Subantarktis, weitere Gruppen wurden vor Sri Lanka, Chile und bei den Kerguelen gesichtet.
Lebensweise
Blauwale kommen vor allem als Einzeltiere oder als Mutter-Kind-Gruppen vor, gröĂere Gruppenbildungen stellen bei ihnen die Ausnahme dar und lassen sich auf zufĂ€llige Ansammlungen in den ErnĂ€hrungsgrĂŒnden zurĂŒckfĂŒhren. Eine soziale Bindung innerhalb dieser Ansammlung besteht nicht. Auch bei den Wanderungen gibt es keine gröĂeren Gruppen, erwachsene Tiere fĂŒhren dabei gelegentlich ihre Jungtiere an. TrĂ€chtige Weibchen wandern als erste im FrĂŒhjahr in die ErnĂ€hrungsgebiete ein und verlassen diese als letzte.
Fortbewegung
Der Blauwal kann auf hoher See vor allem an seinem sehr hohen Blas erkannt werden, also der kondensierenden LuftfontĂ€ne, die beim Ausatmen entsteht. Diese kann Höhen von neun Metern erreichen. Im Normalfall taucht das Tier alle zwei Minuten auf, nach langen TauchgĂ€ngen erhöht sich die Atemfrequenz allerdings auf bis zu sechs AtemzĂŒge pro Minute. Die lĂ€ngsten TauchgĂ€nge erreichen dabei Zeiten von ĂŒber 20 Minuten, normalerweise sind sie jedoch mit durchschnittlich drei bis zehn Minuten deutlich kĂŒrzer. Die Schwanzflosse wird beim Abtauchen nur selten aus dem Wasser gehoben, die Finne ist aufgrund ihrer geringen GröĂe kaum zu sehen.
Die Schwimmgeschwindigkeiten betragen bei der Nahrungsaufnahme zwischen 2 und 6,5Â km/h, bei den Wanderungen der Tiere kann sie auf 5 bis 33Â km/h und Maximalgeschwindigkeiten von 48Â km/h ansteigen.
TauchgÀnge
Ein 2016 veröffentlichter Fachartikel beschrieb das Verhalten eines Zwergblauwals vor der KĂŒste Westaustraliens anhand von GPS-Daten genauer. Demnach zeigte das untersuchte Tier verschiedene Verhaltensmuster bei seinen TauchgĂ€ngen. Auf der Suche nach Nahrung tauchte es bis in maximal 506 m Tiefe. Bei der Nahrungsaufnahme selber wurde zwischen tiefen TauchgĂ€ngen, die im Mittel in 338 m Tiefe fĂŒhrten, und flachen TauchgĂ€ngen unterschieden, bei denen sich der Blauwal lediglich 16 m unter der WasseroberflĂ€che aufhielt. Bei Wanderungsbewegungen wiederum bewegte sich der Wal im Mittel lediglich 13 m unter Wasser, was unterhalb der angenommenen Tauchtiefe von 12 m liegt, innerhalb derer der Seegang einen signifikanten Einfluss auf den Strömungswiderstand nimmt, und tauchte dabei jeweils fĂŒr ca. 5,2 Minuten. Die mittlere Geschwindigkeit des Wals ĂŒber den beobachteten Zeitraum betrug lediglich 2,8 km/h, und in 94 % der untersuchten Zeit hielt er sich in einer Tiefe von weniger als 24 m auf, was nach Angabe der Autoren eine Gefahr darstellt, da dies der maximale Tiefgang von Containerfrachtschiffen in Chinamax-Abmessung ist.
Der lÀngste Tauchgang eines Blauwals dauerte 36 Minuten.
ErnÀhrung
Wie alle Bartenwale ernÀhrt sich der Blauwal von Plankton, das er mit Hilfe seiner Barten aus dem Meerwasser filtert.
Im Gegensatz zu anderen Furchenwalen, beschrĂ€nkt der Blauwal die Nahrungsaufnahme nicht auf die Sommermonate und lebt in den Wintermonaten von den Fettreserven, sondern frisst das ganze Jahr ĂŒber. Seine Hauptnahrung besteht aus kleinen Krebstieren der Ordnung Euphausiacea (Leuchtgarnelen, dazu gehört auch Krill). Meist haben diese Krebstiere eine LĂ€nge von 2 bis 3 Zentimetern. AuĂerdem zĂ€hlen andere Krebstiere wie Schwebegarnelen, RuderfuĂ- und Flohkrebse zu seiner Nahrung. Manchmal frisst er auch kleine Schwarmfische oder KopffĂŒĂer.
Zur Nahrungsaufnahme wird die typische schluckweise-Methode der Bartenwale verwendet. Dabei passen bis zu 65 Tonnen Meerwasser in den durch die gedehnten Kehlfurchen vergröĂerten Maulraum. Ein Blauwal mit einem Gewicht von 80 Tonnen braucht etwa 1,5 Millionen Kilokalorien pro Tag. Ein erwachsenes Tier kann bis zu 4 Tonnen Krill bestehend aus 40 Millionen Einzeltieren an einem Tag zu sich nehmen.
Typische TauchgÀnge zur Nahrungsaufnahme gehen in eine Tiefe von bis zu 250 Meter und dauern im Schnitt 8 bis 15 Minuten.
Fortpflanzung und Entwicklung
Blauwale erreichen ihre Geschlechtsreife wahrscheinlich in einem Alter von fĂŒnf bis sechs Jahren bei einer LĂ€nge von 22Â Metern bei den MĂ€nnchen und 24Â Metern bei den Weibchen. Zwergblauwale sind bereits bei einer LĂ€nge von 19Â Metern geschlechtsreif.
Das Paarungsverhalten der Blauwale ist weitgehend unbekannt; wahrscheinlich handelt es sich dabei um Gelegenheitspaarungen in den FortpflanzungsgewĂ€ssern. Das Blauwalkalb wird nach einer Tragzeit von etwa zehn bis zwölf Monaten mit einer LĂ€nge von etwa sieben Metern und einem Gewicht von ungefĂ€hr 2,5 Tonnen geboren. Vor der Geburt wandert das Weibchen in warm gemĂ€Ăigte bis subtropische GewĂ€sser. Sechs bis acht Monate lang wird das Kalb gesĂ€ugt, und eine Entwöhnung erfolgt wĂ€hrend der Wanderung in die NahrungsgrĂŒnde. Das Kalb ist dann ungefĂ€hr 12,8 Meter lang.
Ein Weibchen ist etwa alle zwei Jahre trÀchtig. Bei den Zwergblauwalen vermutet man, dass es zwei Paarungszeiten im Jahr gibt: eine Hauptpaarungszeit im Winter und eine sommerliche Nebenpaarungszeit.
Lebenserwartung
Die effektive Lebenserwartung des Blauwals ist nur schwer zu bestimmen. Nach Untersuchungen gejagter bzw. gestrandeter Tiere kann ein erreichbares Alter von ca. 100 Jahren als gesichert betrachtet werden. Es ist jedoch schwer zu sagen, wie alt diese Tiere hĂ€tten werden können, wenn sie eines natĂŒrlichen Todes gestorben wĂ€ren.
Dem Wissenschaftler Jeffrey Bada vom Scripps-Institut fĂŒr Ozeanographie in La Jolla, Kalifornien gelang es im Jahr 2007, anhand eingelagerter AugĂ€pfel getöteter Wale das Alter eines harpunierten Grönlandwals auf 211 Jahre zu bestimmen. Dieser Fund legt die Vermutung nahe, dass der deutlich gröĂere Blauwal ein wenigstens Ă€hnlich hohes Lebensalter erreichen kann, da es bei SĂ€ugetieren und Vögeln einen allometrischen Zusammenhang zwischen Körpermasse und Lebenserwartung gibt.
Kommunikation
Die Kommunikation unter Blauwalen ist nicht sehr ausgeprĂ€gt. Strophenartige WalgesĂ€nge wie bei den Buckelwalen finden sich bei ihnen nicht. Das GerĂ€uschrepertoire reicht von tieffrequenten Stöhnlauten ĂŒber Pochen, Raspeln und Brummen und beinhaltet auch gelegentliche ultrafrequente Klicklaute. Ob Schwanzschlagen und SprĂŒnge ebenfalls der Kommunikation dienen, ist unbekannt.
Tonaufnahmen von Blauwalen:
NatĂŒrliche Feinde
Die einzigen natĂŒrlichen Feinde von Blauwalen sind Schwertwale, wobei diese bevorzugt KĂ€lber und junge Tiere angreifen. Nachdem lange Zeit nur erfolglose Angriffe von Schwertwalen auf Blauwale beobachtet wurden, dokumentieren Wissenschaftler zwischen 2019 und 2021 drei erfolgreiche Jagden vor der sĂŒdwestlichen KĂŒste Australiens. Jedes Mal waren zwischen 50 und 75 Schwertwale beteiligt und die erlegten Blauwale hatten geschĂ€tzte LĂ€ngen von 18 bis 22 Meter (erwachsenes Tier), 10 bis 12 Meter (Kalb), und 12 bis 14 Meter (junges Tier). In derselben Gegend wurde 2025 eine weitere erfolgreiche Jagd beobachtet. Dabei erlegten ĂŒber 60 Schwertwale aus 5 verschiedenen Familiengruppen einen etwa 18 Meter langen Zwergblauwal (B. m. brevicauda) innerhalb von 40 Minuten.
Evolution
Die Evolution der KörpergröĂe der Blauwale wurde im Jahr 2018 in einer Fachpublikation darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass deren frĂŒhe Vorfahren â ursprĂŒnglich wesentlich kleinere und warmblĂŒtige, landlebende SĂ€ugetiere â beim Ăbergang zur dauerhaft aquatischen Lebensweise den im Wasser deutlich gröĂeren WĂ€rmeverlust kompensieren mussten. Da die WĂ€rmeproduktion letztlich abhĂ€ngig ist von der Anzahl der Körperzellen, können gröĂere Tiere mehr WĂ€rme produzieren und speichern als kleine. Begrenzt wird die GröĂenzunahme durch das verfĂŒgbare Futter, das bei Blauwalen besonders reichlich im Meer vorhanden ist.
Systematik
Zum ersten Mal beschrieb Robert Sibbald den Blauwal 1692 in seiner Phalainologia nova sive observationes de rarioribus quibusdam balĂŠnis in ScotiĂŠ littus nuper ejectis …, die offizielle Erstbeschreibung erfolgte 1758 durch Carl von LinnĂ© unter dem wissenschaftlichen Namen Balaena musculus in der 10. Auflage der Systema NaturĂŠ.
Der Blauwal ist eine von acht bekannten Arten der Furchenwale innerhalb der Gattung Balaenoptera, wobei molekularbiologische Studien eine nĂ€here Verwandtschaft der Blauwale zu den Buckelwalen und den Grauwalen aufzeigen als zu anderen Vertretern der Gattung. Andererseits gibt es aktuell elf dokumentierte FĂ€lle von Blauwal/Finnwal-Kreuzungen in der Wildnis. Eine Trennung der Balaenopteridae von anderen Waltaxa wird fĂŒr das mittlere OligozĂ€n angenommen, fĂŒr die Artentrennung innerhalb des Taxons werden keine Daten angegeben.
Unterarten
Innerhalb der Blauwale werden meist vier bis fĂŒnf Unterarten anerkannt, wobei manche noch zusĂ€tzlich in Populationen oder BestĂ€nde unterteilt werden.
Hierbei gelten die folgenden vier Unterarten als gesichert:
- Nördliche Unterart (B. m. musculus Linnaeus, 1758) im Nordatlantik und Nordpazifik (hierbei deuten neuere genetische Untersuchungen darauf hin, dass dies möglicherweise 2 Unterarten sind)
- Antarktische Unterart (B. m. intermedia Burmeister, 1871) um die Antarktis
- âZwergblauwalâ Unterart (B. m. brevicauda Ichihara, 1966) im Indopazifik, mit 3 Populationen um Madagaskar, Australien/Indonesien und Ost-Australien/Neuseeland.
- Nördliche Indische Ozean Unterart (B. m. indica Blyth, 1859) im nordwestlichen Indischen Ozean
Eine weitere Unterart wird in vielen Publikationen aufgefĂŒhrt und von manchen AutoritĂ€ten anerkannt:
- Eine noch unbenannte Unterart von Blauwalen vor der KĂŒste Chiles
Walfang und Schutz
Gestrandete Blauwale waren mindestens seit dem Mittelalter eine wichtige Nahrungsquelle in Skandinavien, insbesondere auf Island. Sie wurden auch schon von den Wikingern gejagt, wobei man es darauf anlegte, dass harpunierte Tiere an der KĂŒste strandeten.
Trotz ihrer GröĂe und Geschwindigkeit wurden Blauwale jahrhundertelang bejagt. Ab 1864 stieg ihre Todesrate durch die Entwicklung der Harpunenkanone (eine Harpune mit einem Sprengsatz an der Spitze) sprunghaft an.
Um 1920 schĂ€tzte man den Weltbestand der Blauwale auf etwa 250.000 Tiere, die ĂŒberwiegend in den sĂŒdlichen Meeren lebten.
Wie alle GroĂwale wurden auch Blauwale gut 100 Jahre stark bejagt. Menschen nutzten das Fleisch, das Fett (Blubber) und den Tran sowie als Werkstoffe die Knochen (Walbein) und die Barten (Fischbein). Hunderttausende wurden getötet, so dass die Spezies bereits am Rand der Ausrottung stand.
Durch die rĂŒcksichtslose Bejagung war der Bestand auf nur noch etwa 2.000 bis 3.000 Tiere eingebrochen, bevor das Internationale Ăbereinkommen zur Regelung des Walfangs beschlossen und umgesetzt wurde. Die BlauwalbestĂ€nde haben sich mittlerweile erholt und wurden im Jahr 2024 auf etwa 10.000 bis 25.000 Individuen geschĂ€tzt.
Blauwale sind durch das Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen (Anhang 2) geschĂŒtzt und werden vom IUCN noch immer als stark gefĂ€hrdet (endangered Rote Liste gefĂ€hrdeter Arten) eingestuft.
Museales
WÀhrend Blauwalskelette in zahlreichen Museen vorzufinden sind, existiert weltweit nur eine einzige Dermoplastik eines Blauwales. Diese befindet sich im Göteborgs Naturhistoriska Museum.
Literatur
- S. G. Brown: Balaenoptera musculus (Linnaeus 1758) â Blauwal, in Jochen Niethammer, Franz Krapp (Hrsg.): Handbuch der SĂ€ugetiere Europas. Band 6: MeeressĂ€uger, Teil I Wale und Delphine â Cetacea, Teil IB: Ziphidae, Kogiidae, Physeteridae, Balaenidae, Balaenopteridae. Aula-Verlag, Wiesbaden 1995, ISBN 3-89104-560-3.
- Mark Carwardine: Wale und Delfine in europÀischen GewÀssern. Delius Klasing, Bielefeld 2003, ISBN 3-7688-1456-4
- Ralf Kiefner: Wale & Delfine weltweit. Pazifischer Ozean, Indischer Ozean, Rotes Meer, Atlantischer Ozean, Karibik, Arktis, Antarktis. Jahr-Top-Special-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-86132-620-5
- R. R. Reeves, B. S. Stewart, P. J. Clapham, J. A. Powell: Sea Mammals of the World. A Complete Guide to Whales, Dolphins, Seals, Sea Lions and Sea Cows. Black, London 2002, ISBN 0-7136-6334-0 (FĂŒhrer mit zahlreichen Bildern).
- Maurizio WĂŒrtz, Nadio Repetto: Wale & Delphine. Biographie der MeeressĂ€uger. Jahr, Hamburg 1998, ISBN 3-86132-264-1.
Weblinks
- Balaenoptera musculus in der Roten Liste gefÀhrdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: S. B. Reilly u. a., 2008. Abgerufen am 31. Dezember 2008.
Einzelnachweise
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Der Blauwal ist mit einer LĂ€nge von bis zu 30 Metern und einem Gewicht von bis zu 200 Tonnen das gröĂte Tier der Erde. Zum Vergleich: Das entspricht etwa der LĂ€nge von drei Schulbussen und dem Gewicht von etwa 33 Elefanten.. Der Blauwal ist das gröĂte und schwerste Tier auf der Erde. Er gehört zur Familie der Bartenwale und ernĂ€hrt sich hauptsĂ€chlich von Krill und Plankton.