August 12, 2026

Der Krieg Heym (Interpretation)

Der Krieg, eigentlich Der Krieg I, ist ein Gedicht von Georg Heym. Es wurde vom 4. bis 10. September 1911 verfasst und erschien nach Heyms Tod ein Jahr darauf im Band Umbra vitae. Das Gedicht wird dem Frühexpressionsmus zugeordnet. 1919 erschien es gemeinsam mit zwölf weiteren Gedichten Heyms in der Sammlung Menschheitsdämmerung. 1924 wurde der Band aus nachgelassenen Gedichten mit 47.. Weitere Informationen Georg Heym ist der Autor des Gedichtes „Der Krieg I”. Im Jahr 1887 wurde Heym in Hirschberg geboren. Zwischen den Jahren 1903 und 1912 ist das Gedicht entstanden. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Expressionismus zu.

Der Krieg, eigentlich Der Krieg I, ist ein Gedicht von Georg Heym. Es wurde vom 4. bis 10. September 1911 verfasst und erschien nach Heyms Tod ein Jahr darauf im Band Umbra vitae. Das Gedicht wird dem Frühexpressionsmus zugeordnet. 1919 erschien es gemeinsam mit zwölf weiteren Gedichten Heyms in der Sammlung Menschheitsdämmerung. 1924 wurde der Band aus nachgelassenen Gedichten mit 47 Holzschnitten Ernst Ludwig Kirchners erneut aufgelegt.

Text

Form

Das Gedicht besteht aus 11 Strophen mit je 4 Versen. Die Strophen bestehen durchgehend aus zwei Paarreimen. Die zumeist in sechshebigem Trochäus verfassten Verse weisen eine männliche Kadenz auf. Die Verse 10, 31, 34 und 40 besitzen sieben, der Vers 32 acht Hebungen. Vers 38 verfügt über fünf Hebungen.
Die abfallende Wirkung des Versfußes und der vergleichsweise einfache Paarreim erzeugen einen langsamen, schwerfälligen Rhythmus, der durch die starre Einhaltung der Metrik noch bis zum Schluss fortgetragen wird. Verstärkt wird dies durch die Verwendung eines sechshebigen Trochäus, statt des üblichen Vierhebers, und den Einsatz männlicher Reime, die zu einer größeren Isolierung der einzelnen Verse beitragen. Der „Heymsche Rhythmus resultiert daraus, daß die Welt zunächst in einen Zustand vollkommener Erstarrung überführt wird, ablesbar an der Zeilenstruktur, um dann in eine vom Autor initiierte Unruhe versetzt zu werden“, meint Klaus Günther Just im Hinblick auf Heyms Dichtung.

Tagebuchaufzeichnungen

Georg Heym notierte am 6. Juli 1910 in seinem Tagebuch unter anderem folgende Zeilen:

Ronald Salter urteilt: „Georg Heym wollte den Kampf, ja sogar den Krieg als Heilmittel gegen die Krankheit seiner Zeit, der Zeit des II. Kaiserreiches“. Heyms Kriegsbegeisterung gründet auf Gedanken Friedrich Nietzsches und Georg Simmels, denen zufolge der Krieg revitalisierend auf das erstarrte Leben wirke.

Interpretation

Nach Anselm Ruest und Paul Zech, die 1915/1916 das Gedicht in einer Würdigung Heyms mitabdruckten, habe der Dichter die Schrecken des Ersten Weltkriegs vorhergesehen. Nach 1945 teilte noch Hermann Kasack diese Auffassung und interpretierte das Gedicht als Vorankündigung der beiden Weltkriege sowie als Vorwegnahme der Verheerungen durch den Luftkrieg über deutsche Großstädte.

Mit der Veröffentlichung von Dokumenten zu Heyms Werk gilt diese Deutung als überholt. Christa Karpenstein-Eßbach ergänzt, dass man auch in den zahlreichen Rezensionen des Gedichtes anlässlich der Herausgabe des Bandes Umbra Vitae Heym keine Vorahnung des Krieges nachgesagt hat. Diese Interpretation wurde durch die Kontextualisierung des Gedichts – Kurt Pinthus hatte es in der Anthologie Menschheitsdämmerung im Kapitel „Sturz und Schrei“ veröffentlicht – begünstigt.

Die Entstehung des Gedichtes fällt mit der Zweiten Marokkokrise zusammen. Marianne Kesting verweist auf die weitverbreitete Furcht vor einem Krieg mit Frankreich, das verdächtigt wurde, das Deutsche Reich mit schwarzafrikanischen Kolonialtruppen ‚überschwemmen‘ zu wollen. Statt um eine Warnung vor dem Krieg gehe es in Heyms Gedicht um einen gegen den Bürger gerichteten „Wunsch nach Vernichtung“. Deshalb lasse Heym den Krieg in der „Gestalt eines korybantisch tanzenden Negers“ gegen die Bürger antreten. In diesem Sinne stellt das Gedicht dem Verfall der bürgerlichen Welt den Vitalismus des Krieges gegenüber.

Rezeption

Das Gedicht wurde in zahlreiche Anthologien aufgenommen. Neben zwölf weiteren Gedichten Heyms erschien es 1919 in der expressionistischen Sammlung Menschheitsdämmerung.

2010 nahm die Wiener Progressive Rock Band Last Wagon eine Vertonung des Gedichtes vor.

Eine Vertonung des Gedichtes nahm Konstantin Wecker 2015 in seinem Album Ohne Warum vor.

Literatur

Textausgaben

  • Georg Heym: Der Krieg. In: Umbra vitae. Nachgelassene Gedichte. Hrsg. von Elmar Jansen. Edition Leipzig, Leipzig 1968, S. 3–4.
  • Georg Heym: Der Krieg I. In: Dichtungen und Schriften. Hrsg. von Karl Ludwig Schneider. Bd. 1. Ellermann, Hamburg 1964, S. 346–347.

Sekundärliteratur

  • Günter Dammann, Karl Ludwig Schneider, Joachim Schöberl: Georg Heyms Gedicht „Der Krieg“. Handschriften und Dokumente; Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte und zur Rezeption. Winter, Heidelberg 1978 (= Beihefte zum Euphorion 9), ISBN 3-533-02700-7.
  • Friedrich Leiner: Georg Heym. Der Krieg. In: Interpretationen moderner Lyrik. Anlässlich der Germanistenverbandstagung hrsg. von der Fachgruppe Deutsch-Geschichte im Bayerischen Philologenverband. 6. Auflage. Diesterweg, Frankfurt am Main / Berlin / Regensburg 1959, S. 40–47.

Weblinks

  • Projekt Gutenberg-DE
  • Gedichttext und Interpretation

Einzelnachweise


Heym Der Krieg trueten.de

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Der Krieg (Audio Download) Heym, Matthias

Der Krieg (Audio Download) Heym, Matthias Ubert, Kompendio


Heym, Der Krieg GRIN Grin

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Der Krieg Von Heym

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Trailer ‒ Der Krieg ‒ Nach

Trailer ‒ Der Krieg ‒ Nach einem Gedicht von Heym YouTube


Gedichtinterpretation in der Schule Der Krieg

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Gedichtanalyse Heyms „Der Krieg“ mit Schlüsselbegriffen

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Gedichtanalyse Der Krieg (1911) von Heym

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Der Krieg (live) Heym YouTube

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Heym Der Krieg und Elegie von

Heym Der Krieg und Elegie von Sergei Rachmaninoff YouTube


Heym, der Krieg Docsity

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Heym Der Krieg Kaffeehaussitzer

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Selma erklärt Heym, Der Krieg I

Selma erklärt Heym, Der Krieg I YouTube


Heym Der Krieg YouTube

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Der Krieg 2 Heym 1911 Analyse

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Der Krieg 2 Heym 1911 Analyse

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heym krieg ZVAB

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Der Krieg Heym) Gedicht (Deutsch/German) YouTube

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Heym, Der Krieg GRIN Grin

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VK 04 Heym Der Krieg YouTube

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Das Gedicht “Der Krieg” von Georg Heym wurde kurz vor dem ersten Weltkrieg veröffentlichte und thematisiert den Krieg, der langsam erwacht und schnell schrecklich wütet. Heym erzeugt eine Atmosphäre der Angst und der Gewalt, die vor allem durch das Motiv des Feuers und der Hölle bestimmt wird. Es ist ein expressionistisches Gedicht, dass Heyms Vision des nahenden Krieges zum Thema hat.. Georg Heym war der Sohn des Staats- und späteren Reichsmilitärstaatsanwalts Hermann Heym (1850-1920) und seiner Ehefrau Jenny Heym, geb. Taistrzik, (1850-1923). Er hatte eine Schwester namens Gertrud (1889-1920). [1] Das Verhältnis zum bürgerlich-konservativen Elternhaus war problematisch. Rudolf Balcke, der Bruder seines besten Freundes Ernst, hielt diesbezüglich in einem Brief vom.